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Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Gellenthin Usedomer Winkel e.V.

Isabell Hagemann

 

 

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© LAG Vorpommersche Küste

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© LAG Vorpommersche Küste

Das Vereinsgebäude des Heimatvereins ‘Usedomer Winkel e.v.’ hat eine zentrale Bedeutung für die Lebendigkeit des Vereinslebens und die Identifizierung der Bewohner der Ortsteile mit ihrer Region. Das Vereinsgebäude ist die ehemalige DDR-Konsum-Kaufhalle. Die Bewohner des Usedomer Winkels kamen hierhin nicht nur wegen der Waren des täglichen Bedarfs, sondern auch wegen des Informationsaustausches und Miteinanders. Die Kaufhalle war Treffpunkt mit sozialer Bedeutung. Nach Wegfall der Verkaufsstelle verarmte dieser, die Qualität des Lebens im ländlichen Raum mitbestimmende, soziale Kontakt, hatte das “Wir-Gefühl” keine tradierte Heimat mehr. Ziel der Gründung des Vereins war es daher, das persönliche und dörfliche Miteinander wieder neu zu beleben und hierfür einen Ort der Begegnung zu schaffen, der den verschiedenen Interessen, Aktivitäten und Gruppen offen stehen sollte. Vereinsziel und Herzensangelegenheit aller Mitglieder ist auch, junge Bewohner dauerhaft an diesen Landstrich zu binden und neue Bürger für ihn zu gewinnen. Besonders unter diesem Aspekt werden Vorhaben und Maßnahmen geplant. Diese Ziele hat die Stadt Usedom nicht nur wohlwollend unterstützt, sie hat auch durch die Vermietung und späteren Verkauf des Gebäudes an den Verein die Grundlage hierfür geschaffen.

Wegen der zentralen Bedeutung des Konsum-Gebäudes für diese Lebensqualität wurde das alte Konsum-Logo in das Vereins-Logo integriert. Waren Versammlungen nur mit kleiner Teilnehmerzahl in Privaträumen möglich, so hatte die Kaufhalle zwar die passende Größe, nicht aber einen für den Aufenthalt zahlreicher Menschen geeigneten Bauzustand. Das Dach war defekt, die Wände bestehen aus mittlerweile löchrigen Plaste-Hohllamellen, die Fenster klemmen und sind ohne Isolierverglasung, die Klärgrube entsprach nicht heutigem Standard, die rückwärtige Zuwegung war unbefestigt. Eine Instandesetzung des Gebäudes ist unvermeidbar. Das sanierte Gebäude käme somit nicht nur dem Verein zugute, sie stünde auch Nicht-Mitgliedern für Familienfeiern und Interessengemeinschaften zur Verfügung. Mit diesem Ziel erfuhr die ehemalige Kaufhalle eine wesentliche Nutzungsänderung von einem Warenlager mit Kurzzeitaufenthalt weniger Menschen zu einem Dorfgemeinschaftshaus mit längerem Aufenthalt für 30 – 40 Menschen. Doch durch langen wartungsfreien Leerstand ist das Gebäude in einem marodem Zustand.

Die äußere, sichtbare Folge der Vereinsgründung war zunächst die notwendige Sicherung und Gestaltung des Umfelds des Gebäudes. Nach und nach wurde das Dach neu gedeckt, die Kläranlage modernisiert, die Zuwegung gepflastert und die Außenanlage wurde freundlich gestaltet. Damit war der Bestand der Kaufhalle gesichert. Die notwendigen Baumaßnahmen wurden durch die Einwohner selbst mit teilweiser Unterstützung ansässiger Unternehmen erbracht. Das neueste Projekt, welches in 2016 umgesetzt wurde, war die Instandsetzung der Klärgruppe (nach geforderten Standards). Die Förderung wird erbeten hauptsächlich für die Sanierung der Außenwände und die Erneuerung der Fenster und den behindertengerechten Aufgang und die barrierefreie Toilette. Diesbezüglich befindet sich das Gebäude noch immer in einem sehr schlechten Zustand. Im Hauptraum kriecht trotz Heizung auch in der Übergangszeit die Kälte, ist es zugig und unwirtlich. Die mit der Sanierung einhergehende verbesserte Isolierung wird

• Strom- und Heizkosten um 70% senken,

• das Raumklima verbessern und in der Folge,

• zu einer erweiterten Nutzung führen.

Auch die barrierefreie Nutzung durch alle Personengruppen soll durch dem Umbau der Treppe und der Toiletten gewährleistet werden. Das Dorfgemeinschaftshaus wird ganzjährig als Generationentreff genutzt. Es steht nicht allein den Mitgliedern des Vereins Usedomer Winkel e.V., sondern auch Privatpersonen für Familienfeiern und anderen Vereinen zur Verfügung. Diese erweiterte Nutzung entspricht dem Vereinszweck, Ereignisse, Erlebnisdichte und Erinnerungen der Bewohner des Usedomer Winkels mit dem hier zentralen Gebäude und seiner umgebenden Landschaft zu verbinden und dieses dörfliche Leben als wertvoll zu schätzen.

Die gebrauchte Küchenzeile gestattet die Bereitstellung vorbereiteter Speisen und Getränke, der Sanitärbereich ist einfach aber funktionell. Beim Umbau des Gebäudes wird auf die ortsbildprägende Bausubstanz geachtet. Resultierend aus der Umsetzung des Projektes würde über die derzeitige Nutzung hinaus ein attraktiverer Bürgertreff für den gesamten Usedomer Winkel geschaffen werden. Bereits jetzt wird das Dorfgemeinschaftshaus von Bewohnern der Dörfer des Usedomer Winkel gut genutzt. Durch die aktive Gestaltung eines attraktiven Dorflebens soll es gelingen junge Menschen zu halten bzw. neu zu gewinnen und dem demographischen Wandel entgegenzuwirken.